Schulterinstabilität

Die frische Verrenkung (Luxation) der Schulter muss wegen eines drohenden Nervenschadens rasch behoben werden. Die Einrichtung (Reposition) sollte möglichst schmerzarm und schonend erfolgen (z.B. in Bauchlage).

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Labrumabhebung nach Schulterluxation

Folge einer Verrenkung kann ein Schaden der Kapsel, der Gelenkpfanne mit ihrer bindegewebigen Verstärkungsumrandung (Labrum) sein. Ein derartiger Schaden kann zu einer Instabilität des Gelenkes mit weiteren Luxationen führen. Je nach Alter und sportlicher Ambition ist hier eine Stabilisierungsoperation ratsam.

 

 

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Nach Refixierung des Labrums

Die arthroskopischen Techniken erlauben es, nur über kleine Hautschnitte diese Verletzungen zu erkennen und zu behandeln. Abgerissene oder überdehnte Strukturen können angenäht und gerafft werden, ohne zusätzlichen Hautschnitt. 

Sind größere knöcherne Defekte der Pfanne eingetreten oder besteht eine ausgeprägte Kapselschwäche (Laxizität), sollten offene Techniken und ggf. auch Knochenanlagerungen (mit einem Span vom Beckenkamm oder der Versatz des Coracoides (Technik nach Latarjet) überdacht werden.

Bei Wurfsportlern (sog. Werferschultern) oder Kletterern sind ebenfalls schmerzhafte Veränderungen der Kapselstrukturen und Labrumverletzungen bekannt, die häufig auf einer ständigen Belastung beruhen. Auch mit neueren bildgebenden Verfahren, wie die Kernspintomographie, können solche Verletzungen, wie z.B. Bizepssehnenankerläsionen (sog. SLAP Läsionen) nur in Verbindung mit einer klinischen Schmerzbild gewertet werden. Mit arthroskopischen Verfahren lassen sich diese Veränderung darstellen und entsprechend behandeln.

  • Die Eingriffe werden ambulant oder kurz stationär (ein bis drei Tage) durchgeführt.
  • Zur Einheilung ist eine Schonung für 2 bis 3 Wochen angeraten, die Physiotherapie wird direkt postoperativ eingeleitet.
  • Leichte sportliche Betätigungen sind nach 3 Wochen möglich.
  • 3 Monaten Sportarten ohne direkten Körperkontakt.