Rissbildung der tiefen Schultersehne (Rotatorenmanschettenruptur)

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Defekt der Rotatorenmanschette

Die Defektbildung der Oberarmsehne (Rotatorenmanschette) ist eine häufige Erkrankung, da die Sehne einem abnutzungsbedingtem Alterungsprozess unterliegt und neben einer Ausdünnung auch schmerzlos einreißen kann.

Andererseits können Stürze zu Abrissen der Sehne führen und bedingen dann eine sofortige Bewegungseinschränkung und Schmerzen. Als erste Maßnahme sind konservative Behandlungsarten (z.B. Krankengymnastik, Schmerzmittel, Injektionen) sinnvoll. Können allerdings Schmerzen und Funktion nicht gebessert werden, sollten operative Maßnahmen erörtert werden.

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Sehnennaht

Mit der Gelenkspieglung (Arthroskopie) wird der Schaden exakt eingesehen und auch weitere Veränderungen arthroskopisch mitbehandelt. Die Risse (Ruptur) werden auch über eine “Schlüssellochtechnik” arthroskopisch genäht, was auch kosmetisch vorteilhaft ist. Hier ist viel Erfahrung und eine Behandlung in einem Schulterzentrum sinnvoll.

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Naht in der Arthroskopie

Können große Sehnendefekte bei aktiven und beruflich beanspruchten Patienten nicht behandelt werden, sollten Muskeltransferoperationen erörtert werden. Erfolgreich sind hier der Versatz der großen Rückenmuskelsehne (M. latissiumus dorsi) im Falle von oberen und hinteren Defekten oder auch die Sehnenanteile des großen Brustmuskels (M. pectoralis major), wenn der Defekt der Rotatorenmanschette vorne liegt. Die entstehenden Einbußen der ursprünglichen Muskelfunktion sind nicht besonders ausgeprägt, der Gewinn nach entsprechender Einheilungs- und Umgewöhnungsphase meistens recht ansprechend.

Ein gleichzeitig vorliegendem Gelenkverschleiß aufgrund eines lang bestehenden Sehnendefektes sind aufwendigere Techniken notwendig. Da eine Sehnennaht nicht mehr erfolgreich ist, müssen spezielle Schulterprothesen (z.B. Inverse Prothesen) eingesetzt werden, die einerseits die Sehnenfunktion und andererseits die Schmerzen der Arthrose kompensieren.

  • Die Eingriffe werden stationär (3 – 7 Tage) durchgeführt.
  • Die krankengymnastische Behandlung läuft in der Regel über 6 bis 24 Wochen.
  • Leichte sportliche Tätigkeiten sind ab der 6. Woche möglich.
  • Der Arbeitsausfall beträgt bei leichter Arbeit 3 Wochen, bei schwerer Tätigkeit mindestens 12 Wochen.
  • Je nach Rissgröße und Eingriff muss eine längere Behandlungsdauer in Kauf genommen werden.
  • Der Einsatz von Schulterprothesen verlangt eine längerfristige Nachbehandlung. Darüber hinaus sind regelmäßige Kontrollen der Implantate nötig.