Ellenbogen

Auch bei vielen Ellenbogenerkrankungen können arthroskopische Operationstechniken vorteilhaft eingesetzt werden. Viele Operationen (z.B. Behandlungen bei Epicondylitis humeri radialis (sog. Tennisarm), Entfernung von freien Gelenkkörpern und Gelenkschleimhautveränderungen oder Lösungen von Einsteifungen) lassen sich arthroskopisch durchführen.


Die Behandlung von Gelenkbrüchen ist mit Schrauben oder modernen Platten sicher zu bewerkstelligen. Knorpelschädigungen lassen sich durch unterschiedliche Verfahren zum Teil arthroskopisch behandeln. Auch der endoprothetische (künstliche) Gelenkersatz des Ellenbogens bei starkem Knorpelverschleiß ist ein Bestandteil des Behandlungsspektrums.

Tennisellenbogen (Epicondylitis) - Golfellenbogen

Veränderungen der Muskelansätze der Unterarmmuskulatur an den Knochenvorsprüngen des Oberarms führen häufig zu chronischen Ellenbogenschmerzen mit Ausstrahlung in den Unterarm und die Hand. Eine Vielzahl von Behandlungsansätzen (Injektionen (Kortison, Hyaluronsäure, Botulinumtoxin), Bandagen, Salben, Akupunktur, Stoßwelle) werden zur Schmerzbehandlung eingesetzt.

Insbesondere physikalische Maßnahmen, wie Krankengymnastik und Eigenübungen (Dehnungen und Kühlungen), müssen konsequent täglich über Wochen durchgeführt werden, um einen Erfolg zu erzielen.

Operative Verfahren (arthroskopisch, minimalinvasiv oder offen) lösen Anteile der Muskelansätze vom Knochenursprung ab und können den schmerzhaften Prozess unterbrechen. Falls allerdings eine Bandinstabilität vorliegt, müssen andere operative Verfahren eingesetzt werden, um den Ellenbogen zu stabilisieren.

Der Eingriff kann ambulant und ohne Vollnarkose vorgenommen werden. Bis zur Wundheilung wird eine Ruhigstellung für ca. 10 Tage durchgeführt.

Ein Informationsblatt für Übungsprogram beim Tennisellenbogen steht zum Herunterladen bereit:

Tennisellenbogen-Info

Einengung des Ulnarisnerv am Ellenbogen (Kubitaltunnelsyndrom)

Die Einengung des Ulnarisnerv (Kubitaltunnelsyndrom, Sulcus ulnaris Syndrom) an der Innenseite des Ellenbogens führt zu Schmerzen und Irritationen in der Region und auch mit Ausstrahlung bis in den Ring- und Kleinfinger.

Neben Taubheitsgefühl können auch Lähmungserscheinungen auftreten. Zur Diagnose wird eine neurologische Messung der Nervenleitfähigkeit durchgeführt.  Mit einer Operation, die auch endoskopisch unterstützt durchgeführt werden kann,  wird der Nerv in der Rinne (Sulcus) am Ellenbogen befreit.

Riss der Bizepssehne am Unterarm (Distale Bizepssehnen Ruptur)

Die wichtige Bizepssehne kann bei großer Krafteinwirkung reißen und so zu einer Kraftminderung der Ellenbogenbeugung und Unterarmaußendrehung führen. Häufig ist ein nach oben verschobener Muskelbauch sichtbar. Gerade bei beruflicher Belastung ist eine operative Sehnennaht ratsam.

Hierzu wird ein Verfahren angewendet, das ein kosmetisch ansprechendes Ergebnis liefert und auch die wichtige sofortige Nachbehandlung ermöglicht.

Über einen kurzen Hautschnitt wird die gerissene Sehne geborgen und durchflochten. Über eine weitere Inzision wird sie am Unterarm (Speiche) in einer Nut knöchern befestigt. Die Belastungsfähigkeit ist nach einer Beübungsphase (mit einer Bewegungsschiene über 5 Wochen) nach 8 bis 12 Wochen wieder gegeben.

Ellenbogenarthrose

Die Auslöser der Knorpelzerstörung der Gelenkflächen sind meist durch langjährige Belastungen oder Wurfsportarten bedingt. Auch nach Trümmerbrüchen (distale Humerusfrakturen) oder entzündlichen Erkrankungen, wie z.B. Rheuma, sind derartige Schädigungen häufig.

Treten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auf, die mit konservativen Maßnahmen nicht mehr ausreichend gebessert werden können, sind arthroskopische oder offene Verfahren sinnvoll. Neben der Entfernung von knöchernen Anbauten, Gelenkkörpern und Glättung von Gelenkflächen, ist die Entfernung von entzündlichen Schleimhautveränderungen (Synovialitis, Synovektomie) nötig. Bei kleineren isolierten Knorpelschädigungen kann eine Knorpeltransplantation erwogen werden. Schwere Gelenkveränderungen erfordern den künstlichen Gelenkersatz (Ellenbogenprothese) oder die Gelenkresektion (Resektionsarthroplastik, Radiusköpfchenresektion).

Ellenbogenbrüche (Frakturen am Ellenbogen)

Nach Stürzen können unterschiedliche Ellenbogenbrüche entstehen.

Gering verschobene Brucharten können meist ohne Operation behandelt werden, während bei Verschiebungen (Dislokation) von Bruchenden oder Gelenkstufen die operative Einrichtung (Reposition) für eine regelrechte Knochenheilung günstiger ist und auch eine schnellere Nachbehandlung erwarten lässt. Neuere stabile Plattensysteme aus Titan können optimal an den Knochen angepasst werden und erlauben die wichtige Bewegungstherapie unmittelbar nach der Operation.

Trümmerbrüche oder Brüche mit Verrenkung des Ellenbogens benötigen eine längerfristige Nachbehandlung. Wegen der Schwere des Bruchs muss in manchen Fällen mit Bewegungseinschränkungen im Ellenbogen gerechnet werden.